Die Museumstüren sind geschlossen. Winterpause? Dornröschenschlaf? Der Schein trügt. Im Innern des Hauses ist es gar nicht ruhig, es wird ab- und auf- und umgebaut, geputzt und gepinselt, gemessen und geplant. Für das Museumsteam hat eine wichtige Zeit begonnen. Die hauseigenen Kunstwerke räumen ihre Plätze für die „WUNDER ROMs“.

Mit Pinsel, Leim und Fingerspitzengefühl.

Restauratorin Saskia Polzin-Reichelt nimmt die Heiligen unter die Lupe: „Ich prüfe alle Skulpturen bevor sie ins Depot gehen oder in ihre Vitrinen. Jetzt kommt man gut dran. Wir bessern aus. Wenn etwas locker ist, wird es befestigt.“ Pflege der Haussammlung. Saskia Polzin-Reichelt arbeitet seit 20 Jahren für das Diözesanmuseum. Ihr Spezialgebiet: Gemälde und polychrom gefasste Skulptur. „Gemeint sind bemalte Skulpturen und Gemälde jeder Art und auch jeden Alters, also von früh bis modern“, erklärt sie. Ob sie auch bei den WUNDERN ROMs mitarbeiten wird? „Wenn die Kuriere kommen, sind wir Restauratoren dabei und wenn diese Objekte eintreffen, dann kommt die Welt zu einem, das ist schon toll.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit Schraubenzieher und weißen Handschuhen.

Die Museumstechniker Bernd Fieseler und Manfred Schniedermeier sind Fachleute für Kunst in Bewegung. Sie wissen genau, wie man was anfassen darf oder muss. Sie verlegen Schienen, öffnen und transportieren fragile Glasvitrinen, bringen kostbare Objekte behutsamen von A nach B. „Für die ausgelagerten Ausstellungsstücke ist es wichtig, dass das Klima immer konstant bleibt. Also die Lagerbedingungen müssen genau stimmen“, erklärt Manfred Schmiedermeier. Seit sieben Jahren arbeitet er im Museum, sein Kollege Bernd Fieseler ist schon seit 1992 dabei. „Jetzt ist es Alltag“, sagt er. „Aufregend war es am Anfang, bei der Karolinger Ausstellung. Vor allem, als der Sarkophage von Karl dem Großen angeliefert wurde, der wog mehrere Tonnen. Da wurde dahinten aus einem Fenster eine Tür gemacht, sonst hätten wir den nicht ins Haus bekommen“, erinnert sich Fieseler. Im Augenblick geht es vergleichsweise entspannt zu. Gut eine Woche Arbeit, dann sind alle Kunstwerke der ständigen Sammlung umgezogen und die Vorbereitungen für die riesigen Exponate aus Rom können beginnen. Ob die ohne Haus-Umbau einziehen werden?

Alte Kunst und immer neue Ideen.

„Der Abbau ist auch schon ein bisschen Aufbau“, sagt Ursula Pütz. Sie ist Kuratorin der Sammlung des Diözesanmuseums. Und die ist nicht gerade klein, etwa 40.000 Stücke. „Was wir zeigen können ist ja nur ein Bruchteil, in der Regel etwa 500 Exponate“, erklärt sie. „Nach den großen Sonderausstellungen denke ich mir immer eine etwas andere Konzeption aus, mit Variablen aus dem Bestand, also mit Werken, die sonst im Depot sind. Wir räumen ja nie wieder so ein, wie vorher. Es wird anders strukturiert, Neuzugänge, Ankäufe kommen hinzu oder wir kombinieren mit moderner Kunst. Man kann die Dinge ja auch mal in den Dialog bringen.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto-Reportage: Waltraud Murauer-Ziebach und Wolfgang Noltenhans

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